Die Wiehltalsperre
Heischeid liegt unmittelbar an der großen Wiehltalsperre, einer Trinkwassertalsperre, die mit ihrer berühmten “Krombacher Insel” nahezu jedem aus der Werbung bekannt sein dürfte.
Biotop aus Menschenhand
Mit fast 6 Jahren Bauzeit, 31,8 Millionen Kubikmeter Wasser, einer Fläche von 189 Hektar und einer Länge von 6,5 km, ist die Wiehltalsperre heute ein Biotop aus Menschenhand.
Die Trinkwassertalsperre im Zentrum der Gemeinde Reichshof (Oberbergischer Kreis) ist die größte Talsperre des für den Betrieb verantwortlichen „Aggerverbandes“.
Ein wunderschönes Video über die Wiehltalsperre | © Fantastic Landscapes Oberberg
Im Laufe der Jahre hat sich hier eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt entwickelt. Aufgrund der strengen Auflagen, die einer Trinkwassertalsperre obliegen, fanden viele vom Aussterben bedrohte Tierarten hier ein neues zu Hause. Unter Berücksichtigung der Wasserschutzgebietsverordnung wurden in der reich bewaldeten Umgebung ein Netz mit über 60 km markierten Wanderwegen angelegt.
Mehrmals im Jahr finden geführte Wanderungen im umliegenden Gebiet der Wiehltalsperre statt. In Zusammenarbeit mit dem Aggerverband, der Feriengemeinde Reichshof sowie ortskundigen Förstern geht es entlang der verborgenen und verbotenen Wege des Wasserschutzgebiets, inklusive Besichtigung des Staudamms und des angeschlossenen Wasserwerks. Kaum merkliche Pfade erzählen von den „Versunkenen Dörfern“ der Talsperre und blicken zurück in die Zeit vor dem Bau der Wiehltalsperre.
Im Vorbecken der Talsperre befindet sich die berühmte „Krombacher-Insel“, die fast jeder aus der Fernsehwerbung kennen dürften. Sichtschneisen entlang der Talsperre und der Aussichtspunkt „Auchel Fjord“ (in unmittelbarer Nähe von Heischeid) ermöglichen dem Wanderer einen außergewöhnlichen Blick auf den romantisch gelegenen Stausee.
2019 besuchte der WDR Köln unser Dorf und die Wiehltalsperre und stellte im Zusammenhang mit dieser die Frage „Was ist das Gemeine an Heischeid?“:
Das Rätsel wird gelöst… | © WDR Lokalzeit Köln
Entstehung der Wiehltalsperre
Zur Deckung des rasch steigenden Trinkwasserbedarfs im Oberbergischen, im Rheinisch-Bergischen und im Rhein-Sieg-Kreis in den 1960er-Jahren, plante der Aggerverband im oberen Wiehltal den Bau einer weiteren Talsperre mit angeschlossenem Wasserwerk. Als Grundlage der Versorgung diente bisher die von 1950 bis 1953 erbaute Genkeltalsperre, die rund 8 Millionen Kubikmeter Trinkwasser bereitstellen kann. Geplant wurde die neue Talsperre zwischen den Ortschaften Brüchermühle und Wildbergerhütte, direkt neben dem Ort Heischeid.
Mit fast 6 Jahren Bauzeit, 31,8 Millionen Kubikmeter Wasser auf einer Fläche von 189 Hektar und einer Länge von 6,5 km, ist die Wiehltalsperre heute ein Biotop aus Menschenhand. Das angeschlossene Wasserwerk Auchel versorgt über 500.000 Menschen mit dem wertvollen „Nass“.
Die Genehmigung zum Bau der Talsperre wurde am 19. Januar 1966 durch die Bezirksregierung Köln erteilt. Gebaut wurde ein massiver Steinschüttdamm mit innenliegender Asphaltbetondichtung. 1973 wurde die Talsperre fertiggestellt. Die Baukosten lagen bei ca. 217.000.000 DM oder umgerechnet 111.000.000 EUR. Im September 1975 nahm das Wasserwerk Auchel seinen Betrieb auf.
Insgesamt mussten 11 Dörfer mit rund 450 Einwohnern der Talsperre weichen: Auchel, Berg, Dresbach, Finkenrath, Hohl, Jägerhaus, Kühlbach, Niederodenspiel, Nothausen, Sprenklingen und Ufersmühle. Die Bewohner dieser Ortschaften gründeten im Jahr 1964 die „Interessengemeinschaft Wiehltalsperre“ (IGW). Auch heute treffen sich die einstigen Anwohner, um alte Freundschaften zu pflegen und Anekdoten und Erlebnisse aus Kindheitstagen und der Jugendzeit auszutauschen.
Besuch der “Krombacher Insel”
Die bekannte “Krombacher Insel” ist von einem Aussichtspunkt zu sehen. Man erreicht den Aussichtspunkt über den Wanderparkplatz Nespen an der Abzweigung der L 324. Vom dort beginnenden Wanderweg A 5 zweigt der Weg nach 500 Metern hinter einer Schranke nach rechts durch den ehemaligen Bahndamm auf einen Pfad ab. Dieser führt am Rand einer Wiese vorbei und dann links auf einen vom Aggerverband hergerichteten Kontrollweg, der auf den Randweg mündet. Von dort erreicht man nach wenigen Metern den Aussichtspunkt.
Aussichtstelle “Auchel Fjord”
Einen wunderschönen Blick auf die Wiehltalsperre erhält man an der Aussichtstelle “Auchel Fjord”, die im Jahr 2005 errichtet wurde. An der Kreisstraße K16 Brüchermühle-Sinspert, kurz vor der Abzweigung nach Schemmerhausen, ist dieser schöne Rastplatz gelegen. Folgt man der Straße weiter Richtung Denklingen, erreicht man in Heischeid den Wanderparkplatz und kann direkt in den Wanderweg A1 mit ca. 5,7 km einsteigen.
Geführte Wanderungen
Geführte Wanderungen mit dem Förster werden das ganze Jahr über angeboten und bieten zusätzlich Ausblicke auf die Talsperre, denn es geht geführt über verbotene Wege. Mit vielen Erläuterungen zu Flora und Fauna erfährt man allerlei Wissenswertes rund um das Gebiet der Talsperre.
Informationen zur Talsperren-Besichtigung
Talsperren-Besichtigungen an der Wiehltalsperre sind nach vorheriger Anmeldung an allen Werktagen möglich (mind. 10 Personen/max. 30 Personen, Dauer: ca. 1,5–2 Stunden)
Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://www.aggerverband.de/service/fuehrungen
Quellen: Aggerverband, Das Bergische
Bilder & Video: © Aggerverband, © WDR, © Fantastic Landscapes Oberberg
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…rund um unser Dorf Heischeid: