Hand­werk im “Al­ten Haus” be­stau­nen

Montag, 17. September 2018

Die zahl­rei­chen Be­su­cher ga­ben sich den Tür­knauf in die Hand. Sie wa­ren an­ge­reist aus Gum­mers­bach, Bens­berg, Köln und Müns­ter. In­ter­es­siert und neu­gie­rig be­such­ten sie am „Tag des of­fe­nen Denk­mals“ die Hand­we­be­rei im Al­ten Haus in Hei­scheid. We­be­rin und Haus­be­sit­ze­rin Jut­ta Rings­dorf emp­fing die Gäs­te und stell­te im denk­mal­ge­schütz­ten Haus vor, wie ein Ge­we­be ent­steht.

Das Fach­werk­haus, das um das Jahr 1700 er­baut wur­de und für die Zeit sehr groß­zü­gig ge­stal­tet wur­de, ist seit vier Ge­ne­ra­tio­nen im Be­sitz der Fa­mi­lie von Jut­ta Rings­dorf.

Mehr als eine Hand­voll funk­ti­ons­tüch­ti­ger Web­stüh­le be­fin­den sich in den ge­müt­li­chen Räu­men, die alle mit viel Lie­be zum De­tail ein­ge­rich­tet sind. „Wenn man We­ber ist, kom­men ei­nem die Web­stüh­le zu­ge­lau­fen“, scherzt die Hand­we­ber­ge­sel­lin.

Sie kann sie alle be­die­nen, weil bei al­len das Grund­prin­zip gleich ist – Ket­te und Schuss wer­den ver­kreuzt, man müs­se sich vor­her nur über­le­gen, was man her­stel­len möch­te und wel­ches Ma­te­ri­al ver­wen­det wer­den soll. Wol­le, Baum­wol­le und Lei­nen sind die über­wie­gend ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en, die in Jut­ta Rings­dorfs Hand­we­be­rei ver­ar­bei­tet wer­den. Am pe­dal­be­trie­be­nen Spinn­rad zeig­te Lisa An­schütz vom Arche­hof Wind­eck wie aus den bau­schi­gen Bal­len der Schafs­wol­le Gar­ne ge­spon­nen wer­den.

Mit sehr viel Sorg­falt und Ge­schick­lich­keit ent­ste­hen dann auf den Web­stüh­len wun­der­ba­re Uni­ka­te wie De­cken, Tisch­wä­sche, Tep­pi­che, Ge­schirr­tü­cher oder Schals in ver­schie­de­nen Bin­dun­gen und al­len Schat­tie­run­gen des Re­gen­bo­gens. Mit Leib und See­le ist Jut­ta Rings­dorf We­be­rin. „Beim We­ben kom­me ich zur Ruhe, das ent­spannt mich un­ge­mein“, schwärmt die sym­pa­thi­sche We­be­rin. In ih­rer frei­en Zeit, die Di­plom­päd­ago­gin hat eine hal­be Stel­le beim Kir­chen­kreis An der Ag­ger, webt sie zwi­schen zehn und 15 Stun­den in der Wo­che.

Ger­ne gibt sie ihr Wis­sen über die­se alte Hand­werks­kunst wei­ter. „Frei­tags ist mein We­be­rei­tag – da bin ich im­mer hier“, sagt sie und freut sich über in­ter­es­sier­te Be­su­cher. Auf An­fra­ge wür­de sie
auch In­ter­es­sier­te zu ei­nem Kurs zu­sam­men­fas­sen.

Zum ers­ten Mal hat sie an dem bun­des­wei­ten „Tag des Of­fe­nen Denk­mals“ teil­ge­nom­men, weil ihr das dies­jäh­ri­ge Mot­to „Ent­de­cken, was uns ver­bin­det“ gut ge­fiel. An­ge­nehm über­rascht ist sie, wie vie­le sich noch für die­ses alte Hand­werk in­ter­es­sie­ren.

Quel­le: © Rhei­ni­sche An­zei­gen­blät­ter — Ka­rin Re­chen­ber­ger

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