Hin­ter den Ku­lis­sen: 50 Jah­re Was­ser­werk Au­chel bei Hei­scheid

Sonntag, 28. September 2025

An­läss­lich der Ju­bi­lä­ums­fei­er­lich­kei­ten des Ag­ger­ver­bands öff­ne­te das Was­ser­werk Au­chel sei­ne sonst streng ab­ge­schirm­ten Tore für ex­klu­si­ve Son­der­füh­run­gen. Das In­ter­es­se war über­wäl­ti­gend: Nur wer sich vor­ab an­mel­de­te und über­prüft wur­de, er­hielt ei­nen der heiß­be­gehr­ten Plät­ze, um sich in die kom­ple­xe Welt der Was­ser­auf­be­rei­tung ent­füh­ren zu las­sen.

Das Was­ser­werk Au­chel, in der Nähe von Hei­scheid, ist ein ech­tes Schwer­ge­wicht: Es lie­fert zwei Drit­tel des täg­li­chen Was­ser­be­darfs im Ein­zugs­ge­biet. Der Clou: Es nutzt das na­tür­li­che Ge­fäl­le der Wiehl­tal­sper­re. Das Was­ser fließt berg­ab­wärts und ge­langt ohne en­er­gie­in­ten­si­ve Pum­pen ins Kraft­werk – ein cle­ve­res, um­welt­freund­li­ches Sys­tem!

In nur acht bis zehn Stun­den durch­läuft das Tal­sper­ren­was­ser die um­fang­rei­chen Fil­ter­an­la­gen und den kom­ple­xen Rei­ni­gungs­pro­zess. Dann ist es be­reit für das Was­ser­netz und wird an Ver­sor­ger wie die Stadt­wer­ke und Ag­ger­En­er­gie über­mit­telt, be­vor es in je­den Haus­halt ein­ge­speist wird.

Die nost­al­gi­schen Orts­schil­der der in der Wiehl­tal­sper­re ver­sun­ke­nen Ort­schaf­ten ver­ur­sach­ten bei so man­chem Gast ein Déjà-vu. Bild: © Ober­berg-Ak­tu­ell — As­trid De­ckers

Die gute Nach­richt für die Re­gi­on: Die Was­ser­qua­li­tät in Ober­berg ist her­vor­ra­gend. Zu­sätz­li­che Fil­ter­stof­fe wie Ak­tiv­koh­le ge­gen Blau­al­gen oder Plas­tik­teil­chen sind hier nicht nö­tig. Re­gel­mä­ßi­ge Pro­ben be­stä­ti­gen: Die ge­mes­se­nen Schad­stoff­men­gen lie­gen stets weit un­ter­halb der ge­setz­li­chen Grenz­wer­te.

Ein ech­ter “Win-Win”-Effekt zeich­net die Un­ter­neh­mens­struk­tur des Ag­ger­ver­bands aus: Der bei der Was­ser­rei­ni­gung an­fal­len­de Rei­ni­gungs­schlamm wird nicht ent­sorgt, son­dern di­rekt an die Ab­was­ser­wer­ke des Ver­bands ge­lie­fert. Dort wird er als wert­vol­ler Roh­stoff wei­ter­ver­wen­det. Das spart Ent­sor­gungs­kos­ten für die Was­ser­wer­ke und Be­schaf­fungs­kos­ten für die Ab­was­ser­wer­ke!

Fak­ten, die über­ra­schen:

Täg­li­cher Durst: Im Nor­mal­fall ver­braucht je­der Mensch rund 127 Li­ter Trink­was­ser pro Tag. Bei ei­nem Strom­aus­fall re­du­ziert sich der Ver­brauch dras­tisch auf nur ca. 50 Li­ter, da Wasch­ma­schi­nen und Ge­schirr­spü­ler still­ste­hen.

Die Be­son­der­heit Ober­bergs: Im Ober­ber­gi­schen Kreis stel­len be­ein­dru­cken­de 640 Ein­zel­ver­sor­ger (pri­va­te Wohn­häu­ser mit ge­neh­mig­tem Brun­nen) fünf Pro­zent des ge­sam­ten Trink­was­ser­ver­brauchs si­cher. Dies ist eine der höchs­ten Quo­ten pri­va­ter Ei­gen­ver­sor­ger in ganz Deutsch­land!

Rund um die Uhr im Ein­satz: Die Leit­stel­le im Was­ser­kraft­werk Au­chel ist im 24/7‑Dauerbetrieb be­setzt und über­wacht über 1.000 Hoch­bau­ten des Ag­ger­ver­bands.

Das Was­ser­werk Au­chel, seit sei­ner In­be­trieb­nah­me im Jahr 1975 (zwei Jah­re nach­dem die Wiehl­tal­sper­re ge­füllt war) in Be­trieb, ver­sorgt die Re­gi­on jähr­lich mit be­ein­dru­cken­den 24,5 bis 25 Mil­lio­nen Ku­bik­me­tern bes­tem Trink­was­ser – ein stil­ler Rie­se, der für un­se­re täg­li­che Ver­sor­gung un­ver­zicht­bar ist.

Quel­le (Text und Bild): Ober­berg-Ak­tu­ell

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