Nach mehrwöchiger Vorbereitung brannte in Reichshof-Heischeid am Wochenende eines der größten Osterfeuer in Oberberg.
„Ich bin schon ganz aufgeregt“, sagt die elfjährige Emily Borkowski am Vormittag des Ostersamstags auf dem Heischeider Berg neben dem Hundeplatz. Nach einem gemeinsamen Frühstück im Gerätehaus in Reichshof-Brüchermühle mit ihren 20 Kameraden wartet die junge Jugendfeuerwehrfrau auf das Aufschichten ihres inzwischen schon zweiten, von der Jugendfeuerwehr organisierten Osterfeuers.
In den vergangenen fünf Wochen hat die Jugendfeuerwehr auf mehrere Gruppen verteilt das Holz für das Brauchtumsfeuer zusammengeholt. „Es war ganz schön anstrengend, das alles auf den Hänger zu werfen“, erzählt Emily. „Einmal war ich auch oben auf dem Kipper – das hat richtig Spaß gemacht.“ Am Abend sei sie für den Getränkeverkauf eingeteilt.
Die Vorbereitungen begannen bereits im Januar
Jugendfeuerwehrwart Thomas Dick berichtet, dass die Vorbereitungen schon im Januar begonnen hätten. Da sei die Absprache mit Langholztransportunternehmen Reinhard Weuste aus Bergneustadt-Pernze erfolgt, der schon seit rund 15 Jahren mit seinem Teleskopkrangreifer unentgeltlich das Aufschichten des Osterfeuers übernimmt. Zum anderen habe der Druck der Einladungsplakate und der von der Jugendfeuerwehr im Brandbezirk verteilten Handflyer erfolgen müssen, mit denen um Holzspenden gebeten wurde.
Dick schildert, dass die 21 Kinder und Jugendlichen seit Anfang März an den Wochenenden mehr als 50 Fuhren mit drei Treckern in Handarbeit aufgeladen hätten, die anschließend auf der von Schmutzsaugmatten Wirths zur Verfügung gestellten Wiese verteilt wurden. Gegen Mittag trifft der Lastwagen mit dem Teleskopgreifer ein und beginnt das Holz aufzuschichten, was ihm mehrere Traktoren zuführen. Am Ende ist ein Holzhaufen von etwa 15 Metern Durchmesser und gut sechs Metern Höhe entstanden.
„Wir sind stolz darauf, regelmäßig eines der größten Osterfeuer im Kreis zu haben“, freut sich der Leiter der Jugendfeuerwehr zusammen mit den anderen fünf Betreuern und den Nachwuchskräften. Er betont, dass die Hauptarbeit von den Jugendlichen geleistet werde, die Erwachsenen würden nur unterstützend helfen. Für den Abend liegen mehrere hundert Grillwürstchen und Holzfällersteaks bereit, dazu gut 20 Kilo Champignons: „Die werden immer beliebter und wir brauchen jedes Jahr fünf Kilo mehr.“
Vor dem Anzünden des Holzstapels haben die Jugendbetreuer noch eine Überraschung für ihre Schützlinge: Sie verstecken rund 300 Ostereier auf der Wiese, die aber auch von den Dorfkindern begeistert gesucht werden. Inzwischen haben sich hunderte Gäste rund um das Feuer versammelt und feiern gemeinsam in die Osternacht. Dick ist froh, dass etwas Wind aufkommt, der die Flammen in das vom Vortag noch feuchte Holz treibt und das Feuer hoch auflodern lässt.

